Rasse

Vintage® English Bulldog

 

 

Der Vintage® English Bulldog ist eine noch junge, deutsche Bulldograsse. Vor über 15 Jahren wurde diese Hunderasse von Marga und Sylvia Thul gegründet. Die Gründertiere waren gesunde englische Bulldoggen (VDH und Dissidenz) und alternative Bulldoggen. Inzwischen hat die Rasse nach über 15 Jahren planmäßiger Zucht und mehreren Generationen den Rassehundestatus längst erreicht und es gibt eine kleine Population genetisch gesunder Bulldoggen, die viel vitaler und bewegungsfreudiger sind als englische Bulldoggen. Im Phänotyp eindeutig erkennbar als gesunder English Bulldog Typ mit langer Rute, geraderen Gliedmaßen und einem gemäßigterem Kopftyp.

 

 

Der Vintage® English Bulldog ist ein nur knapp mittelgroßer, kurzhaariger Hund mit breitem Kopf, kurzem und sehr breitem Fang mit leichten Falten, die seinem Gesicht einen grimmigen Ausdruck geben. Er hat eine breite Brust, starke Knochen und ist kräftig bemuskelt. Im Aussehen erinnert er an die Bulldoggen des 19. Jahrhunderts, so soll er agil sein, eine gerade Rute haben und wieder einen längeren Nasenrücken.

Er ist ein reiner Familien- und Begleithund und er hat ein zuverlässiges, gutmütiges und koboldhaftes Wesen. Er ist weder träge noch hyperaktiv, sein Aktivitätslevel ist mittelmäßig, aber es gibt natürlich Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen, d.h. Einzelexemplare können schon mal entweder sehr faul oder überdurchschnittlich aktiv sein, aber das ist nicht die Regel. Bei entsprechender Sozialisation ist der Vintage® English Bulldog ein sehr kinderlieber Zeitgenosse.

 

Sein Wesen ist überaus menschenliebend und extrem anhänglich. Er ist zwar draußen bewegungs- und spielfreudig, im Haus aber ein ruhiger, geduldiger Geselle, der wenig bellt. Ein gewisser Eigensinn sollte durch Motivation und Erziehung in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Der Vintage® English Bulldog ist kein Leistungssportler, macht aber mit großer Begeisterung Obedience, Suchspiele, Apportierspiele und Tricktraining oder Dogdancing. Bei geistiger Förderung blüht er auf und ist dann ein arbeitswilliger, lernfreudiger, aufmerksamer Begleiter. Es gibt inzwischen einige Vintage®English Bulldogs, die Begleithundeprüfungen abgelegt haben, es gibt mehrere Therapiehunde und auch einen Rettungshund dieser Rasse.

 

Das belegt die gute Ausbildbarkeit und die soziale Intelligenz dieser Rasse. Die erwünschte Schulterhöhe liegt zwischen 36 und 46 cm, das Idealgewicht zwischen 22 und 35 kg. An Fellfarben sind alle Schattierungen von Rot bis Falb, mit oder ohne Stromung, sowie glänzendes, reines Schwarz erlaubt, vorzugsweise mit weißen Abzeichen oder weißer Scheckung (rein schwarze Hunde sind unerwünscht). Einfarbig weiße kommen ebenfalls gelegentlich vor. Die Lebenserwartung liegt im normalen Rahmen mittelgroßer Hunde, d.h. bei guter Pflege um die zwölf Jahre oder darüber.

 

Der Olde Bulldogge Club Europe e.V. hat in dem Dschungel der Alternativzuchten eine klare, verlässliche Linie geschaffen und hat daher einen eigenen, rechtlich geschützten Namen für seine eigene, langjährige Bulldogzucht gewählt. „Vintage“ steht im Englischen für: „alt, klassisch, typisch; von besonderer Qualität“. „Vintage® English Bulldog“ ist also mehr als nur ein neuer Name: er ist eine Garantie für eine Zucht und Aufzucht nach klaren Regeln und Richtlinien, für eine Zucht, die auf reinen Bulldoglinien basiert und für eine Zucht, die seit Jahren eine Vorreiterrolle im Hinblick auf die Gesundheit und Familienfreundlichkeit der Bulldoggen eingenommen hat.

 

 

Im Einzelnen heißt das: Nur Bulldoggen, die im Olde Bulldogge Club Europe e.V. als solche registriert und gezüchtet worden sind, dürfen Vintage®English Bulldog heißen. Um diesen Namen tragen zu dürfen, müssen sie dem eigenen Standard des Vintage® English Bulldog entsprechen; die Zuchttiere müssen die Zuchtzulassung des OBCE e.V. mit allen Gesundheitschecks durchlaufen haben und es muss von jedem ein DNA-Profil hinterlegt worden sein, um die Abstammung ihrer Nachkommen beweisen zu können. Nur der OBCE e.V. bietet Ihnen eine solche Qualität und umfassende Sicherheit in Zucht und Aufzucht – der Vintage® English Bulldog ist daher eine Klasse für sich und erfreut sich zunehmender Beliebtheit als ein besonders menschenfreundlicher Begleit- und Familienhund.

 

 

Geschichte

 

Die englische Bulldogge ist eine der ältesten Rassen der Welt. Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung geht auf das Jahr 1631 zurück; schon um das Jahr 1200 wurden jedoch Bullenkämpfe mit Hunden abgehalten. Bis zum offiziellen Verbot solcher Kämpfe in England im Jahr 1835 war der Bulldog ein kräftiger, beweglicher, athletischer Hund. Er half dem Metzger, Bullen wieder einzufangen, indem er sie an der Nase packte und im Rückwärtsgang wieder in ihren Pferch zog. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte allmählich eine züchterische Veränderung ein, die den Typ massiv veränderte: die Beine und die Nase wurden immer kürzer, die Köpfe immer größer, die Rute verkrüppelt. Der englische Bulldog von heute hat aufgrund seiner extrem gewordenen Anatomie mit massiven Gesundheitsproblemen zu kämpfen und ist in seiner Lebensqualität oft eingeschränkt.

 

 

1875 wurde der Bulldog Club gegründet, der die Zucht der Rasse betreute, in 1892 kam der British Bulldog Club hinzu.

 

In den allerersten Rassehundeausstellungen in London gab es zahlreiche Klassen für Bulldoggen. Sehr gut besetzt waren damals die Klassen für Bulldoggen unter 18 Pfund (8,2 Kilo). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es folgende Einteilung: Rüden bis 45lb (20,5 kg), bis 55 lb ( 25kg) und über 55 lb (25kg); Hündinnen bis 35 lb (16 kg), bis 45 lb (20,5 kg) und darüber. Bulldogs zwischen 55 und 65lb ( 25 - 30 kg) waren in der Minderzahl und wurden als sehr groß empfunden.

 

 

Die älteste Rückzüchtung auf den alten Typ, der Olde English Bulldog, bewegt sich im Durchschnitt eher in diesem oberen Größenrahmen (Rüden 60-80lb, Hündinnen 50-70lb). Der Vintage® English Bulldog repräsentiert hingegen die früher bevorzugte kleinere Bulldogge, kräftig und beweglich. Die ältesten Linien gehen auf das Jahr 2002 zurück, die Rasse baut im Wesentlichen auf der englischen Bulldogge und dem Olde English Bulldogge auf.

 

 

 

Aussehen

 

Knapp mittelgroßer, kurzhaariger Hund mit breitem Kopf, kurzem und sehr breitem Fang, breiter Brust, starken Knochen und kräftiger Bemuskelung. Insgesamt harmonische Proportionen und Bewegungen. Ideales Gewicht für Rüden 24 bis 32kg, für Hündinnen 18 bis 27 kg (bis 30/29kg vorläufig toleriert). Angestrebte Schulterhöhe bei Rüden 40 bis 45 cm, bei Hündinnen 36 bis 43cm (bis 48/46cm vorläufig toleriert).

 

 

Wesen

 

Überaus menschenliebend und extrem anhänglich. Aufmerksam, im Alltag ruhig und gelassen, draußen bewegungs- und spielfreudig. Er ist seiner Familie und engen Freunden sehr zugetan, Fremden gegenüber kann er reserviert sein. Als reiner Familien- und Begleithund liebt er Kinder bei entsprechender Sozialisation über alles. Ein gewisser Eigensinn sollte durch Motivation und Erziehung in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Der Vintage® English Bulldog ist kein Leistungssportler, macht aber mit großer Begeisterung Obedience, Suchspiele, Apportierspiele und Tricktraining oder Dogdancing. Bei geistiger Förderung blüht er auf und ist dann ein arbeitswilliger, lernfreudiger, aufmerksamer Begleiter, dem das Ablegen einer Begleithundeprüfung leicht fallen sollte.

 

 

Kopf

 

Eindrucksvoll, mit grimmigem Gesichtsausdruck. Der Umfang vor den Ohren gemessen entspricht in etwa der Schulterhöhe des Hundes.

 

 

Der Schädel ist breit, von vorn gesehen quadratisch durch ausgeprägte Wangenknochen und Bemuskelung.

 

Der Fang ist kurz und quadratisch, aber nicht extrem verkürzt. Der Nasenrücken muß noch deutlich vorhanden sein, die Nasenlänge beträgt ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Schädellänge. Der Nasenrücken kann ganz leicht aufgebogen sein; er bildet idealerweise einen rechten Winkel zum Ansatz der Stirn (von Stop bis zu den Augenbrauen). Die Nase endet in einem deutlichen Stop, von dem aus eine Furche über die Stirn und den Scheitel nach oben zieht.

 

Der Kopf ist von lockerer, aber nicht zu dicker Haut bedeckt, die wenige, möglichst dünne und kleine Falten am Fang und auf der Stirn bildet.

 

 

Fehler:

 

Schädel wesentlich höher als breit. Extrem verkürzte Nase oder extrem lange Nase. Extrem tiefer oder nicht deutlich ausgeprägter Stop.

 

 

Fang

 

Der Fang ist sehr breit, würfelförmig; mit etwas aufgebogenem Unterkiefer. Der Vorbiß beträgt maximal 2,5 cm und läßt die Nase etwas zurückgesetzt erscheinen (layback). Die Lefzen sollen nicht zu lang sein, den Unterkiefer aber vollständig bedecken.

 

 

Gebiß

 

Vorbiß, maximal 2,5 cm. Untere Eckzähne weit auseinander stehend. Sechs Incisivi unten zwischen den Eckzähnen, die nebeneinander in einer leicht gebogenen Linie stehen. Sechs Incisivi im Oberkiefer. Vollständiges Gebiß wird angestrebt. Das Fehlen der P1 gilt nicht als Fehler.

 

 

Disqualifikation: Schiefer Kiefer (wry mouth). Rückbiß, Scherengebiß.

 

 

Augen

 

Rund, Augenlider möglichst anliegend, idealerweise ist beim geradeaus blickenden Bulldog das Weiße des Augapfels nicht sichtbar.

 

Die Augen liegen in etwa auf der Höhe des Nasenschwamms und möglichst weit auseinander, ohne jedoch von vorn gesehen über den Umriß des Kopfes hinauszuragen.

 

Braune Augenfarbe.

 

 

Fehler: Ektropium, Entropium.

 

 

Nase

 

Große, runde Nasenlöcher. Nasenschwamm schwarz, mit deutlicher Mittelfurche.

 

 

Fehler:

 

Enge Nasenlöcher.

 

 

Ohren

 

Rosenohren bevorzugt, aber Knopfohr erlaubt. Die Ohren sind möglichst klein und die Haut dünn. Sie sind weit hinten und oben am Schädel angesetzt.

 

 

Fehler:

 

Stehohren

 

 

Hals

 

Kurz bis mittellang, kräftig, von lockerer Haut bedeckt; unten mit den beiden typischen Falten vom Unterkiefer zur Brust. Diese Wamme soll deutlich, aber nicht extrem entwickelt sein.

 

 

Brust

 

Breiter Brustkorb mit gut entwickelter Vorbrust. Die Breite der Brust wird von vorn gesehen noch betont durch die stark bemuskelten Schultern und Oberarme.

 

 

Vorderläufe

 

Die Schultern sind breit und gut bemuskelt. Die Vorderbeine stehen durch den breiten Brustkorb bedingt weit auseinander, die Ellbogen liegen jedoch gut an. Von vorn gesehen verläuft die Innenseite der Vorderbeine gerade, die Außenlinie sieht nur durch die Bemuskelung nach außen gebogen aus. Die Knochen sind stark; die Ellbogen befinden sich in Höhe der halben Schulterhöhe des Hundes. Leicht nach außen gedrehte Vorderpfoten sind tolerierbar.

 

 

Fehler: zu lange Vorderläufe mit Hasenpfoten; zu dünnknochige Vorderläufe.

 

 

Vorderpfoten

 

Katzenpfoten. Rund, fest, gut aufgeknöchelt; etwas größer als die Hinterpfoten. Die Vorderpfoten dürfen ganz leicht nach außen weisen.

 

 

Fehler:

 

Stark nach außen gedrehte Vorderpfoten.

 

 

Rücken

 

Kräftig, kurz bis mittellang. Breite, gut bemuskelte Schultern. Die Oberlinie weist eine leichte Erhöhung über den Lenden auf (roach back), von wo aus die Linie zum Rutenansatz wieder abfällt. Dies ist nicht zu verwechseln mit einem durchhängenden Rücken. Der gesamte Rücken ist muskulös, fest, die Taille gut sichtbar.

 

 

Hinterläufe

 

Können etwas länger sein als die Vorderläufe. Gute Bemuskelung und Winkelung. Etwas weniger knochenstark als die Vorderläufe. Von hinten gesehen verlaufen die hinteren Mittelfußknochen parallel.

 

 

Fehler:

 

Kuhhessige Stellung der Hinterläufe. Fehlende oder nur schwach ausgeprägte Winkelung.

 

 

Hinterpfoten

 

Fest, gut aufgeknöchelt.

 

 

Rute

 

Rutenansatz tief, mit einer starken Rutenwurzel, von wo aus sie sich schnell bis zur Spitze verjüngt. Die Rute ist mittellang und endet in Höhe der Sprunggelenke. Sie wird vom entspannt dastehenden Hund gerade oder pumpenschwengelartig nach unten getragen, wobei die Pumpenschwengelform bevorzugt ist.

 

 

Fehler: Korkenzieherrute; Knickrute; verkürzte Rute; lustig getragene Rute beim entspannt stehenden Hund.

 

 

Fell

 

Kurz, eng anliegend, glänzend, ohne Unterwolle.

 

 

Farben

 

Bevorzugt sind Hunde mit weißen Abzeichen oder Schecken in den folgenden Farben: Alle Schattierungen von Rot bis Falb, mit oder ohne Stromung, sowie glänzendes, reines Schwarz. Einfarbig weiß, rot, falb oder gestromt; mit oder ohne schwarze Maske. Einfarbig schwarze Hunde sind unerwünscht.

 

 

Gangwerk

 

Das Gangwerk soll kraftvoll, federnd und gleichmäßig sein. Eine leicht rollende Bewegung ist nicht fehlerhaft. Im Trab bewegen sich die Vorder- und Hinterläufe sich in einer geraden Linie. Der Trab soll raumgreifend sein und von vorne und hinten und der Seite gesehen idealerweise eine gerade Vorwärtsbewegung zeigen. Eine leicht nach innen versetzte Bewegung der Hinterläufe ist bei Hunden mit breiter Brust nicht fehlerhaft.

 

Im Galopp kann der Körper des Hundes eine diagonale Stellung, bezogen auf seine Vorwärtsbewegung, einnehmen.

 

 

Zuchtausschluß / Disqualifikationen

 

 

Atemgeräusche beim entspannt stehenden oder leicht beanspruchten Hund.

 

Unangemessene Agressivität oder unangemessene Ängstlichkeit und Scheu.

 

Nicht abgestiegene Hoden beim Rüden.

 

 

Schiefer Kiefer (wry mouth)

 

Rückbiß

 

Andere als schwarze Nasenfarbe (in den Jugendklassen wird bei Tieren mit starkem Weißanteil eine noch nicht ganz ausgefärbtem Nasenspiegel geduldet).

 

Andere als dunkle Augenfarbe.

 

Andere als die oben genannten Fellfarben, insbesondere Brand (black-and-tan, Rottweilerfarbe), Braun resp. schokoladenfarben (b), Blau u. schiefergrau (d).

 

 

Rüden über 50 cm Schulterhöhe (Stand 2010).

 

Hündinnen über 48 cm Schulterhöhe (Stand 2010).

 

 

(Quelle: OBCE e.V)